» Spielvarianten bei MauMau - Zweiter Teil

Bei einer 8 oder einer 9 wird in manchen Regionen vom folgenden Spieler verlangt, dass er vor dem Ablegen eine Karte aufnimmt. Hierbei kann aber, wie bei der 7, der nächste Spieler diese Verpflichtung entsprechend durch erneutes Legen einer 8 oder einer 9, weitergeben an den darauffolgenden Spieler usw.

Oftmals gilt auch die Regel, dass man in demselben Zug, in dem man Karten aufgenommen hat, keine Karten legen darf. Zum Beispiel bei einer gelegten 7 oder wenn man eine Karte ziehen musste, da mein kein passendes Blatt hatte.

Eine andere Version ist die Ass-, König- bzw. Damen-Runde. Wenn ein Spieler zwei oder auch mehr Asse, Könige oder Damen hat, so kann er eine Runde mit dem Legen dieser Karten eröffnen. Es dürfen dann nur Asse, Könige oder Damen gelegt werden, bis er diese Runde mit einer dieser Karten auch beendet.

Eine weitere Regel ist das sogenannte Zehn-Eine-Weitergeben, was bedeutet: wer eine 10 legt, der darf dem folgenden Spieler eine seiner Karten geben.

Wenn ein Spieler von einem Kartenwert, der keine andere Funktion hat, wie zum Beispiel 10, Bube, Dame, König oder Ass, mehr als nur eine Karte hat, ruft er, sobald er eine von diesen Karten ablegen kann, „Runde“. Das bedeutet, dass die folgenden Spieler alle den gleichen Kartenwert legen oder, falls ihnen dies nicht möglich ist, passen müssen. Wenn derjenige, der die „Runde“ angesagt hat, dann erneut an der Reihe ist, so kann er „Runde weiter“ rufen, wenn er immer noch weitere Karten dieses Wertes auf der Hand hält. Er kann aber auch seine letzte Spielkarte mit diesem Wert ablegen und die Runde schließen, indem er „Runde beendet“ sagt. Anschließend geht es dann wieder ganz normal weiter.

Folter-Mau-Mau oder auch Fingerkloppe oder Bekloppten-Mau-Mau, wird das vermeintliche Bestrafen eines endgültigen Verlierers scherzhaft genannt. Vor allem bei jungen Spielern ist diese Variante sehr beliebt. Der Verlierer, demnach der Spieler, der noch als Einziger eine Karte auf der Hand hat, wird dazu verdonnert, von dem wieder vervollständigten Talon eine Karte, die man Freikarte nennt, zu ziehen. Der Stapel wird daraufhin mit der Freikarte wieder gemischt und der Verlierer hat seine flache Hand auf den Tisch zu legen. Dann wird er durch Aufheben der Karten von dem Stapel, bis die Freikarte hierbei erreicht wird, spielerisch gefoltert. Seine Hand wird durch den Gewinner der Mau-Mau-Runde bei jedem abgehobenen Herz gestreichelt, bei Pik mit der Faust geschlagen, bei Karo gezwickt und bei Kreuz anständig gereffelt. Reffeln bedeutet, dass die Fingergelenke einer geballten Faust, von der Handfläche ab bis hin zu den Fingerspitzen des Verlierers gezogen werden. Die Freikarte wird dann nicht mehr ausgeführt. Sie bedeutet die Erlösung für den Verlierer. Die Folter in dieser Variante kann allerdings auch umgekehrt vollzogen werden, so dass der Gewinner nicht selbst die Karten umdreht, sondern eine dritte Person im Sekundentakt, damit für den Gewinner ein gewisser Zeitdruck erzeugt wird. Führt dieser seine Kloppe falsch aus oder überspringt eine Karte, werden die Rollen zwischen Gewinner und Verlierer getauscht, so dass plötzlich der Gewinner die Folter bis zur Freikarte erleiden muss. Sollte der Verlierer dann aber für die Freikarte auch den Gewinner kloppen, so wird ihm von diesem als Bestrafung ein kompletter Stapel in Form einer Fingerkloppe verpasst. Deshalb sollte man sich die Freikarte gut merken und gut auf diese achten.

 

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